Durchfall, Bauchschmerzen und/ oder Blähungen, Übelkeit und Erbrechen – diese Symptome können auf eine Infektion mit „Giardia lamblia“ hinweisen, einem Parasiten, der sowohl Menschen als auch viele Tierarten befällt und fäkal-oral übertragen wird.
Das heißt, die Zysten (widerstandsfähige Dauerformen) der einzelligen Giardien, auch Lamblien genannt, werden mit dem Stuhl ausgeschieden. Die Übertragung von Mensch zu Mensch geschieht durch unzureichende Hygiene, zum Beispiel, wenn die Hände nach der Toilettenbenutzung nicht ausreichend gereinigt werden. Indirekt steckt man sich durch verunreinigtes Trinkwasser und Lebensmittel, wie Rohkost aus Freilandanbau, sowie durch schwimmen in verschmutzten Gewässern an.
Sehr viele Menschen tragen die Giardien im Darm, ohne irgendwelche Beschwerden zu haben, wenn ihr Immunsystem in Ordnung ist. Sie scheiden die Parasiten-Zysten jahrelang aus und infizieren möglicherweise andere. Wer jedoch erkrankt, leidet an schubweise starken Bauchschmerzen, allgemeiner Übelkeit und teilweise an schwerem Durchfall („Lamblienruhr“). Besonders hoch ist das Erkrankungsrisiko bei geschwächtem Immunsystem, bei Kindern und bei älteren Menschen.
In der Regel bleibt die Infektion auf den Dünndarm beschränkt, jedoch können die Erreger unter Umständen bis in die Gallenblase und Bauchspeicheldrüse wandern und dort Entzündungen hervorrufen. Die Folge sind krampfartige Beschwerden im Oberbauch.
Ob eine Infektion mit Giardien vorliegt, kann durch eine einfache Stuhluntersuchung festgestellt werden. Wenn ja, helfen bestimmte, oral einzunehmende Medikamente schon nach wenigen Tagen.
Eines sollte man jedoch immer berücksichtigen: Zuviel Hygiene ist oft schädlicher für unseren Körper, als ein gewisses Maß an bestimmten Parasiten, denn sie helfen, Allergien zu vermeiden.